
Es war eine gute „Bürger-Info“ im Rathaus Baunatal, in der am 3. Dezember die Machbarkeit eines neuen Bahnverkehrs von Baunatal als der größten Stadt im Landkreis zum ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe erörtert wurde.
Nach der zunächst ermutigenden Probefahrt des Bauna-Sprinters im April 2024 wurden nun von Verkehrsingenieuren und Nordhessischem Verkehrsverbund (NVV) technische Möglichkeiten und Herausforderungen vorgestellt mit dem schon bekannten Fazit, dass Triebwagenzüge und die Straßenbahnen sich gegenseitig zu stark behindern, als dass ein wirtschaftlicher Betrieb möglich wäre.
Dieser ernüchternden Botschaft folgte aber ein neuer Ansatz des NVV, der eine Anbindung (Lückenschluss) der Eisenbahnstrecke der Kassel-Naumburger Eisenbahn (KNE) in Oberzwehren an die Straßenbahnlinie vorsieht, die über Helleböhn zum ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe führt und eine Anbindung dieser Eisenbahnstrecke der KNE am Baunsberg an die dort zweigleisig verlaufende Straßenbahnlinie.
Damit kann die hoch belastete Straßenbahnlinie am Mattenberg umfahren und ein besseres Angebot für Baunatal und Kassel realisiert werden:
- Der ICE-Bahnhof Wilhelmshöhe als neues direktes Ziel einer Straßenbahnlinie aus Baunatal kann schneller und komfortabler erreicht werden.
- Die Schüler von Willy-Brandt-Schule und Lichtenberg-Gymnasium können einen Bahnhalt direkt vor der Schule bekommen.
- Oberzwehren kann vom Autoverkehr entlastet werden indem den Pendlern ins VW-Werk eine gute ÖPNV-Alternative geboten wird.
- Nordshausen kann über den dortigen Bahnhof für den öffentlichen Personenverkehr erschlossen werden.
- Ein späterer Ausbau der Straßenbahntrasse nach Schauenburg bleibt möglich.
Als einer der Bauna-Sprinter-Initiatoren sprach sich Dr. Klaus-Peter Lorenz klar für die am Abend neu vorgestellte Variante aus: „Die Idee des Bauna-Sprinters hat damit eine gute Version 2.0 erhalten.“
Der anwesende SPD-Vorsitzende Christian Strube war sichtlich erleichtert: „Auch wenn es gedauert hat, aber wenn wir im guten Sinne jetzt „vorankommen“, dann hat es sich gelohnt! Parlament, bürgerschaftliche Beteiligung und Öffentlichkeit haben ihren Beitrag geleistet. So sollte es sein.“
Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Udo Rodenberg gab sich zuversichtlich:
„Wir nutzen eine brachliegende Bahn, um unseren Menschen kürzere Wege und mehr Angebote im öffentlichen Verkehr zu schaffen. Jeder Fahrgast in der Bahn ist doch eine Autofahrt weniger und damit eine Entlastung für Viele.“ Rodenberg ermunterte auch die kritischen Stimmen der anwesenden Bahnanlieger, sich weiter in den Prozess einzubringen.
Mit einem dankbaren und launigen „„Wenn keine Eisenbahnen gebaut werden, wie wollen wir zur rechten Zeit in den Himmel kommen?“ bedankte sich mit einem vorletzten Wort Dr. Klaus-Peter Lorenz, denn so wie an diesem Abend kommen Verkehrs- und Umweltpolitik regional gut miteinander voran.