Eine gut funktionierende Nahversorgung ist ein wichtiges Element der sozialen Teilhabe und Daseinsvorsorge. Vor 50 Jahren gab es auch in Großenritte derartige Strukturen. Neben Metzgereien und Bäckereien gab es allein 7 Lebensmittelhändler im Umkreis von wenigen hundert Metern, so dass die Dinge des täglichen Bedarfs zu Fuß eingekauft werden konnten, ohne ein Auto benutzen zu müssen.
Übrig geblieben ist bis heute in einem Stadtteil mit mittlerweile fast 8000 Einwohnern 1 Lebensmittelmarkt am Ortsrand im Norden.
Schon der letzte Kommunale Entwicklungsplan des Zweckverbands Raum Kassel von 2015 konnte aufzeigen, dass die Nahversorgung in Großenritte in weiten Teilen der Ortslage nicht gesichert ist. Die Situation hat sich bis heute diesbezüglich weiter verschärft. Damit ist für große Teile im Süden von Großenritte eine deutliche Verschlechterung eingetreten hinsichtlich der fußläufigen Erreichbarkeit für Güter des täglichen Bedarfs.
Viele Großenritter nutzen deshalb beim Einkaufen Lebensmittelmärkte außerhalb des Ortes, etwa in Besse und verursachen dadurch entsprechenden Verkehr. Dieser wiederum belastet zusätzlich die Anwohner.
Diese unbefriedigende Situation besteht inzwischen über einen längeren Zeitraum, so dass erhöhter Handlungsbedarf gegeben ist.
Ziel sollte sein, die Entwicklung der Großenritter Nahversorgung nachhaltiger, sicherer und umfassender zu gestalten, die Lebensqualität damit zu erhöhen und die lokale Wirtschaft zu stärken, u.a. durch Rückführung von für Baunatal verlorengegangener Kaufkraft.
In unserem gemeinsamen Antrag von SPD und CDU wird der Magistrat beauftragt, potenziell geeignete Flächen zur Sicherstellung der Nahversorgung der Bevölkerung insbesondere im Süden des Stadtteils Großenritte zu identifizieren. Ziel sollte die Ansiedlung eines Vollsortimenters sein, um die wohnortnahe Versorgung der Bürgerinnen und Bürger im südlichen Stadtteil zu ermöglichen. Mit Eigentümern und potenziellen Investoren sollen Gespräche über die Realisierbarkeit geführt werden.